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Eigene Reparaturinitiative gründen?

Eigene Reparaturinitiative gründen?

Wir hatten jetzt schon öfters Kontakt mit Menschen die eine Reparaturinitiative gründen wollten oder teilweise schon haben, und aktuell wieder welche, die das jetzt vorhaben. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir einmal das wichtigste zusammenfassen, damit wir nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen müssen. Zusätzlich geht es auch darum, dass wir nicht immer Dinge vergessen zu erwähnen.

Was wir hier nicht behandeln sind Vereinsstrukturen, rechtliche Dinge, etc. Da sind wir nicht die richtigen Ansprechpartner.

Wie repariert Ihr?
Macht Euch im Vorfeld klar, in welcher Art und Weise Ihr Euren Reparaturtreff organisieren wollt. Seht Ihr Euch als Dienstleister, wo Menschen Ihre defekten Dinge vorbei bringen und solange einen Kaffee trinken, während Ihr die Geräte repariert? Oder wollt Ihr die Gäste anleiten zum Reparieren? Für uns ist es klar, wir reparieren mit unseren BesucherInnen und leiten an zur Selbsthilfe. Das hängt aber davon ab, wie Ihr das machen wollt. Aber das muss im Vorfeld klar sein, und auch so mit den Mitreparierern abgestimmt sein. Wenn Ihr Euch dazu entschließt, gemeinsam mit den BesucherInnen zu reparieren, dann sollte man auch sich selbst und seine KollegInnen hin und wieder daran erinnern, dass die GästInnen das Werkzeug in der Hand halten sollten.

Eure Gruppe
Wir für uns machen es so, dass wir uns eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn treffen, und gemeinsam eine Brotzeit machen. Die Brotzeit wird immer von ein/zwei/drei aus unserer Runde besorgt, die Kosten geteilt oder durch Spenden beglichen. Diese Stunde ist unsere Zeit zum sozialisieren. Sie ist wichtig für die Gruppe. Irgendwann haben das die BesucherInnen mitbekommen, und kamen dann auch schon zuerst eine viertel Stunde, dann eine halbe Stunde früher, damit sie auch bestimmt dran kommen. Wir schicken die Leute mittlerweile wieder vor die Tür. Das ist die Zeit für die Gruppe, wo wir uns austauschen, auch über privates reden, etc. Nehmt Euch die Zeit für Euch als Gruppe – aus unserer Erfahrung macht dieses soziale Zusammenkommen einen Großteil des Charmes aus! Wie Ihr das dann organisiert mit fest verteilten Rollen usw, das hängt von Eurer Gruppe ab.
Wir nehmen uns auch ein paar mal im Jahr die Zeit für ein „Repair the Repair Cafe“, wo wir uns ein paar Stunden zusammensetzen, alles organisatorische abklären, Werkzeug sortieren/reparieren, Einkaufswünsche diskutieren etc. Im normalen Betrieb ist da die eine Stunde vorher manchmal zu knapp und Dinge bleiben liegen. Einigt Euch auf EINEN Kommunikationskanal. Bei uns ist es eine Mailingliste, über die auch die BesucherInnen Kontakt zu uns aufnehmen. Über die Mailingliste organisieren wir unsere Brotzeit und wer am jeweiligen Abend dabei ist, damit genügend Brotzeit organisiert wird; auch Abstimmungen laufen über diese Mailingliste. Wir haben noch eine Chatgruppe, aber die ist eher unser Wohnzimmer. Da sind nicht alle Mitglieder dabei, dürften es aber. Sobald in der Chatgruppe etwas auftaucht, was die Organisation des Treffens, oder die Gruppe betrifft, dann muss die Unterhaltung über die Mailingliste laufen, auf der alle sind. Was Ihr als Kommunikationskanal wählt, ist natürlich Eure Sache. Warum haben wir uns für die Mailingliste entschieden: Manche nutzen WhatsApp, manche Signal, andere wieder Threema – aber eMail nutzt JEDE:R.
Wenn unter den Besuchern Menschen sind, die Spaß am Reparieren haben, sprecht sie direkt an, ob sie nicht als Helfer kommen wollen. Das Interesse an unserer Reparaturinitiative wird immer größer, aber auch die Anzahl an Helfern wächst parallel mit. Nehmt neue Helfer gleich in Euren Kommunikationskanal auf, damit da keine Lagerbildung entsteht, die Altvorderen gegen die Neuen, sondern bindet die Neuen gleich voll mit ein.

Infrastruktur
Jetzt haben wir über Kommunikationswerkzeuge gesprochen, wie z.B. eine Mailingliste. Sobald sich mehr als drei Mitglieder gefunden haben, funktioniert eine Mail mit „allen antworten“ erfahrungsgemäß nicht mehr. Wir haben zu Beginn die Infrastruktur für die Mailingliste selbst betrieben, da wir IT-affine Menschen haben. Aber die Betreuung einer Mailingliste ist aufwändig. Wir haben das Glück, hier bei uns einen Hackspace (https://www.binary-kitchen.de/) zu haben, der viel an digitaler Infrastruktur hostet. Dort hat man sich bereit erklärt, unsere Mailinfrastruktur mitzubetreiben. Auf deren Infrastruktur haben wir auch während Corona Video Reparaturtreffen abgehalten. Nutzt solche Synergien, wenn sie sich ergeben. Wir haben als Infrastruktur jetzt noch selbst eine Nextcloud, wo wir Dokumente teilen können. Handbücher für Geräte, Texte für unsere Laufzettel, Materiallisten, Werkzeugwünsche, etc. Einen Onlinespeicher, auf den alle Zugriff haben, würden wir empfehlen, es erleichtert die Arbeit ungemein. Man sollte auch mit den potentiellen BesucherInnen kommunizieren können. Bei uns ist es direkt die Mailingliste, auf die die Anfragen kommen. Es kann aber auch eine eigene Mailadresse sein. Die bringt aber nichts, wenn sie nicht bekannt ist. Also sollte neben Social Media auch eine eigene Homepage da sein. Es kommen aus Erfahrung sehr viele Anfragen darüber rein. Eine Instagramseite mag schön sein, aber das kann man nur abrufen, wenn man selbst einen Instagramaccount hat. Wenn der Ort, wo Ihr Eure Treffen abhaltet (Pfarrhaus der Kirchengemeinde, Offen Werkstatt, kommunale Räumlichkeiten), schon eine Homepage hat, veröffentlicht einfach dort Eure Kontaktinformationen und Termine. Der Betrieb einer eigenen Seite mit dem dazugehörigen Administrationsaufwand ist dann nicht notwendig. Wenn Ihr dann eine Seite habt, ob eine eigene oder irgendwo als Gast, dann fragt bei den Reparaturinitiativen in der Umgebung nach, ob sie auf Euch verlinken wollen, und setzt auch Links zu denen zurück. Wenn jemand aus einer anderen Ecke des Landkreises Euch gefunden hat, freut er oder sie sich sicherlich, wenn da direkt ein Link zu einer Initiative in der Nachbarschaft ist.

Versicherung und Co.
Nochmal, für rechtliches und Co. sind wir die falschen, um Euch zu beraten. Wo Ihr gute Unterstützung für die Gründung Eurer Initiative bekommt, ist die Anstiftung (https://anstiftung.de/). Die haben auch (über den Verband offener Werkstätten https://offene-werkstaetten.org/de/seite/versicherung) eine Versicherung speziell für offene Werkstätten und Reparaturinitiativen, die bezahlbar ist und die besonderen Bedürfnisse abdeckt.

Werkzeug
Was Ihr an Werkzeug benötigt, hängt natürlich auch davon ab, was Ihr reparieren wollt, und ob in Euren Räumlichkeiten eventuell schon Werkzeug vorhanden ist. Zu Anfang haben wir jeder unser eigenes Werkzeug von zu Hause mitgebracht. Nachdem dann die eine oder andere Spende da war, haben wir angefangen, Werkzeug zu kaufen.
Was sich empfiehlt, mehrfach (am besten je Arbeitsplatz) da zu haben, sind auf alle Fälle:

  • Schraubenziehersets mit Kreuz, Schlitz, und den gängigsten Torx. Bei den großen Discountern gibt´s auch regelmäßig Bit-Sets mit Sicherheitsbits. Die sind auch immer sehr hilfreich.
  • Multimeter sollten auch mehrere da sein. Wir haben uns da für relativ günstige entschieden, damit wir an jedem Arbeitsplatz eines haben, sowie ein einzelnes sehr hochwertiges, das dann von den Menschen, die es bedienen können, für feineres Messen verwendet wird.
  • Wir haben jetzt noch mehrfach ein IFIXIT Set gekauft. Da sind viele verschiedene Bits zum Öffnen der unterschiedlichsten Geräte, ein paar Plastikhebel zum Gehäuse-aufhebeln, Saugnäpfen zum Gehäuse-öffnen, etc. Diese Sets sind Gold wert. Am Anfang reicht eins, aber wenn es möglich ist, schaut, dass ihr da mehrere davon da habt. IFIXIT verlost und verschenkt auch des öfteren Sets an Reparaturinitiativen. Darüber haben wir auch das eine oder andere Set kostenlos bekommen.
  • Schraubenschlüssel- und Inbusschlüsselsatz reicht erstmal einer.
  • Eine vernünftige Lötausrüstung sollte auch da sein, mit Entlötpumpe oder Sauglitze.
  • Ein Set verschiedener Zangen.
  • Klebstoffe für verschiedene Zwecke.
  • Eine Auswahl an Netzkabeln und Schaltern.
  • Nähmaschinenöl und Reinigungsmittel, Isopropanol.

Ansonsten ist es eher nicht ratsam, Ersatzteile vorzuhalten, da es einfach unwahrscheinlich ist, dass genau dieses Ersatzteil benötigt wird. Da ist es besser, mit den Gästen erst mal eine Fehleranalyse durchzuführen und dem Gast zu helfen, wo er das Ersatzteil besorgen kann.

Aus gleichem Grund solltet ihr Euch noch gründlich überlegen, ob ihr „Sachspenden“, in Form von Altgeräten, Lagerauflösung, oder auch nicht reparable Mitbringsel annehmen wollt. Diese werden uns regelmäßig angeboten. Und wir haben für uns die klare Entscheidung getroffen, diese grundsätzlich abzulehnen, damit es sich auch nicht herumspricht. Dennoch ist es schon vorgekommen, dass wir vor unseren Türen abgestellten Elektroschrott vorfanden, bzw. Gäste ihre defekten Geräte „vergessen“.

Das genannte reicht für die meisten Probleme an Haushaltselektronik. Wenn Ihr jetzt Möbel oder Kleidung reparieren wollt, braucht Ihr da natürlich das passende Werkzeug, aber das ist eben was wir so am Anfang empfehlen. Die häufigsten Reparatur-Anfragen bei uns kommen aus dem Bereich der Haushaltselektronik (Küchengeräte, Leuchten, Spielzeug, Staubsauger, Kaffeevollautomaten, evtl mal Laptops/Tablets/Drucker). Ihr werdet mehr und anderes Werkzeug brauchen, aber das kann man sich dann nach und nach zulegen. Natürlich hilft uns manchmal unser elektronisches Mikroskop oder die Wärmebildkamera ungemein, aber am Anfang liegt da eben nicht die Priorität drauf. Das kann man sich alles dann im Laufe der Zeit zulegen. Und wie gesagt, wir haben angefangen mit dem privaten Werkzeug unserer Helfer. Je nachdem was Ihr an Werkzeug habt, und wo die Fachgebiete der Mitglieder liegen, könnt Ihr auch nur gewisse Dinge reparieren. Schreibt dann das auch so in Eure Einladungen. Es bringt niemandem etwas, wenn er mit einem kaputten Stuhl kommt, und es ist kein Holzleim da.

Hilfe und Unterstützung
Schaut bei Reparaturinitiaven in Eurer Umgebung vorbei. Meistens sind dort ganz nette Menschen, die gerne bei der Gründung eines weiteren Reparaturtreffs helfen. Wir sehen das nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung. Falls es bei Euch in der Umgebung so etwas noch nicht gibt, fragt bei existierenden Gruppen nach, per Social Media oder Mail oder wie auch immer. Wenn es bei Euch eine Initiative gibt, geht dort vorbei, und arbeitet da mal für einen Abend mit. Öfters leisten andere Initiativen auch Geburtshilfe, indem sie Euch für die ersten paar Male das Werkzeug leihen, vorbeikommen zum Helfen, etc. oder man kann bei speziellen Problemen auf die Reparaturinitiative im Ort nebenan verweisen, die zufällig das passende Spezial-Messgerät haben. Durch diese ganzen Überschneidungen der Initiativen haben wir durchaus auch etliche Mitglieder, die in mehreren Gruppen aktiv sind. Es kam auch schon zu einer Ausgründung von uns, weil die Mitglieder aus einem Vorort waren, und es das noch nichts gab. Eine andere Gruppe hat ohne nennenswertes Werkzeug begonnen, und die erste Veranstaltung komplett mit unseren Werkzeugkoffern abgehalten. Vernetzt Euch – das hilft euch!
Die oben genannte Anstifung betreibt auch eine Plattform für die Vernetzung der Reparaturintiativen untereinander (https://www.reparatur-initiativen.de/), bietet auch regelmäßig Webinare und Veranstaltungen an, von der Gründung über den Betrieb und alles weitere rund um Reparaturinitiativen.

Das ist das wichtigste was uns eingefallen ist. Wenn noch etwas fehlt, fragt gerne bei uns nach, dann können wir diesen Artikel in Zukunft auch noch erweitern.

Reparieren im Dezember

Jetzt haben wir also das letzte Reparaturtreffen für dieses Jahr hinter uns. Es waren sehr viele Menschen da, sowohl Menschen mit defekten Dingen, als auch Helfer.

Es kam endlich mal der Flipper Zero eines unserer Mitglieder zum Einsatz, aber leider fanden wir den Code zum Auswerfen einer CD in einem Bose Wave nirgendwo online. Die Besitzerin hatte leider die passende Fernbedienung zu Hause vergessen, und Knöpfe gibt es an dem Gerät nicht. So konnten wir zwar das Gerät an- und ausschalten, die Lautstärke ändern, aber den eigentlichen Defekt, den Fehler im Auswurf von CDs konnten wir einfach nicht nachstellen. Falls jemand den Code hat, bitte hier in den Kommentaren einstellen, falls wir ihn noch herausfinden, werden wir ihn auch an dieser Stelle veröffentlichen.

Ansonsten ist es einfach zu viel zum Aufzählen, was heute alles da war und repariert wurde. Herauszuheben wäre eventuell noch der Laserdrucker der MINT Labs, unserer Gastgeber, der von Fabian gereinigt wurde.

Intern konnten wir heute noch drei zusätzliche Moderatoren für unsere Mailingliste gewinnen. Vielen Dank!

Unsere Brotzeit zu Beginn war wieder äußerst gesellig. Es lohnt sich, dass wir seit einiger Zeit zu früh kommende Reparaturwillige einfach wieder rausschicken. Die Stunde vor dem offiziellen Beginn gehört uns, und der Austausch dort untereinander ist immer wichtig, auch für den Zusammenhalt. Neue Helfer können so auch die anderen kennenlernen bevor man dann gleich irgendwo in einem Staubsauger hängt. Und unsere Besucher verstehen es auch, wenn wir ihnen freundlich erklären, dass diese Brotzeit unsere Zeit für die Gemeinschaft ist.

Jetzt lassen wir dieses Jahr nur noch mit unserer Weihnachtsfeier erfolgreich ausklingen.

Reparieren der Reparaturinitiative

Gestern hatten wir mal wieder ein Reparaturtreffen der besonderen Art. Wir haben uns selbst repariert. Während ein Team unseren Server gepflegt und upgedatet hat, haben andere die Werkzeugkisten sortiert, inventarisiert, und gereinigt. Begonnen hat wie immer alles mit einer gemeinsamen Mahlzeit, dieses Mal gab es Pizza.
Gerd hat sich die Mühe gemacht, und einmal unsere Laufzettel sortiert und ausgewertet. Wir hatten laut den Zetteln eine Erfolgsquote von 56% als vollständig repariert, und zusätzlich 24% als fast repariert. Fast wird verwendet, wenn die Dinge zwar wieder irgendwie funktionieren, aber eben nicht zu 100%. Zum Beispiel wenn eine Kaffemaschine wieder Kaffee macht, aber keinen Schaum. Lediglich 16% sind als nicht repariert vermerkt. Beim Rest fehlten leider die Angaben ob repariert oder nicht.
Nachdem alles ordentlich aufgeräumt war sind wir noch in intensive interne Diskussionen eingestiegen, die wirklich produktiv waren. Alles in allem ein erfolgreicher schöner Abend.

Regensburg repariert im Fediverse

Nachdem man unseren einzelnen Autoren schon eine Weile im Fediverse folgen kann, ist dies jetzt auch für alle Beiträge zusammen möglich unter @rr.

Für diejenigen die nicht wissen, was denn das Fediverse ist, fasst Wikipedia das folgendermaßen zusammen:

Fediverse (Kofferwort aus engl. federation und universe) oder Fediversum bezeichnet ein Netzwerk föderierter, voneinander unabhängiger sozialer Netzwerke, Mikroblogging-Dienste und Webseiten für Online-Publikation oder Daten-Hosting.

Das trägt jetzt nicht wirklich zum Verständnis bei. Eine bessere Erklärung findet man Fediverse Wiki:

Das Fediverse ist ein gigantisches Netzwerk an Social Media Diensten.
Es gibt Dienste für mikrobloggen, bloggen, photobloggen, Video hosten und viel viel mehr und sie sind alle miteinander vernetzt oder föderiert.
Du brauchst also nur einen Account um User*innen auf anderen Plattformen zu folgen.

Oder um es anhand von Beispielen aus den bisher üblichen sozialen Netzwerken zu formulieren:

Stell dir vor Twitter, Facebook, Instagram & Co wären alle Teil eines gigantischen Netzwerks, das von den User*innen betrieben wird. Das ist quasi das Fediverse, nur sind die einzelnen Teile weniger bekannt, Freie Software und föderiert.

Im Fediverse kannst du sozusagen von deinem „Twitter“ Account mit „Facebook“ Accounts interagieren, „Instagram“ Posts teilen, „Youtube“ Videos kommentieren, „Spotify“ Musik anhören, „Blogger“ Blogs folgen, in „Reddit“ Diskussionen teilnehmen und mehr.

Eine gute Einführung in das Thema Fediverse bietet auch das Fediverse Wiki.

Reparieren in der VHS

Nachdem wir zu unserem ersten Reparaturtreffen 2024 nix geschrieben haben, tun wir das jetzt wenigstens zu unserem ersten VHS Kurs in diesem Jahr. Es waren tatsächlich mehr Reparaturhelfer als Kursteilnehmer da. Deshalb kann ich jetzt diesen Artikel auch schon schreiben, während um mich herum noch wie wild repariert wird.

Bei einem Hoover Matrazenstaubsauger war der Motor für die Bürstenwalze defekt. Einige Wicklungen hatten 500Ω \Omega andere unendlich. Ein Ersatzmotor würde mit 50€ zu Buche schlagen. Das wollen die Besitzer in das Gerät nicht investieren, so dass das Gerät unrepariert bleibt. Für eine defekte Soundbar fehlte uns das passende Messequipement, hier wird der Besitzer uns in den MINT-Labs wieder besuchen, wo wir einfach etwas besser ausgestattet sind.

Bei einem DVD Player musste mal wieder ein Riemen ausgetauscht werden. Da haben wir ja mittlerweile Übung, und auch ein gutes Sortiment an Riemen in unseren Werkzeugkisten.

Ein Kruppsmixer der schon vor längerer Zeit bei uns kam heute mit seiner Besitzerin zusammen vorbei um endgültig geflickt zu werden. Bei einem früheren Termin wurde ein defekter Entstörkondensator diagnostiziert. Heute wurde das bestellte ERsatzteil eingelötet und alles ist wieder gut.

Ein Fön mit Kabelaufrollung wollte das herausgezogene Kabel nicht mehr arretieren. Nachdem das Gerät komplett verklebt war, einzelne Kunststoffteile schon beim anschauen abgebrochen sind, wurde entschlossen das herausgezogene Kabel einfach dauerhaft zu fixieren mit einem Blobb aus Vulkanisierband.

Eine Digitalkamera, die schon ein Jahr als defekt zum Verkauf stand wurde wieder soweit gerichtet, dass der Besitzer sie jetzt doch nicht mehr verkaufen will. Ein Wattestäbchen wurde etwas umfunktioniert und schaltet nun den defekten Mikroschalter des Batteriefachs.

Ein Laptopmainboard war auch zum wiederholten Male bei uns. Ein kleines Steckerchen auf der Platine wurde mit Lupe, Heißluft und Lötkolben ausgetauscht.

Wir kamen heute mal wieder schön dazu uns auch zu unterhalten und Spaß zu haben, ein sehr schöner Termin.

Die 60er lassen grüßen

Nachdem wir bei beiden Veranstaltungen im November, einmal MINT Labs, einmal VHS, nichts geschrieben haben, schaffen wir es heute wenigstens wieder eine kleine Zusammenfassung unseres Tuns zu verfassen.

Heute hatten wir viele Geräte aus den sechziger Jahren da. Leider wurde vergessen davon Bilder zu machen. Eine Frau hatte zwei Haartrockner (dieses Wort wurde nur gewählt, weil wir uns nicht auf den Plural von Föhn einigen konnten), ein Rührgerät und eine Kaffeemühle dabei. Eine andere Frau kam mit einer alten Moulinex. Alles in in wunderschönen Pastelltönen oder knalligem Rot.

Dann war da noch der Herr mit seinem Radiowecker mit Faltblattanzeige. Er war schon das dritte Mal da mit diesem Gerät, und heute konnte die Reparatur endlich fertig gestellt werden. Mario musste nur noch schnell einen Adapter designen und drucken, und schon konnte der neue Lautsprecher eingebaut werden. Das war aber noch nicht alles, auch die fehlenden Druckknöpfe eines Funkschlüssels wurden mal schnell von ihm designt und ebenfalls gedruckt.

Eine Kornmühle wurde das letzte Mal schon diagnostiziert. Hier hatte der Zahnriemen Karies. Heute war der neue Zahnriemen dann da, und wurde ausgetauscht.

Ein Kopfhöhrer klapperte innerlich, hier konnte der Fremdkörper entfernt werden.

Dann war so das übliche wie ein Fernseher, ein HiFi-Tuner, mehrere Laptops, ein Multifunktionsdrucker, ein Staubsauger, ein Pürierstab, ein Tablet ein Handy, eine Spielzeuggitarre und ein Spielzeugkeyboard und ein Radio. Bestimmt haben wir jetzt einiges vergessen.

Obwohl wir sehr gut besucht waren, fanden drei Menschen Zeit sich um unsere internen Reparaturen zu kümmern. Es wurde ein neuer Laufzettel ausgearbeitet mit einer Datenschutzerklärung die diesen Namen auch verdient. Danke an die drei!

Viel repariert, wenig geschrieben.

Heute am Feiertag waren wir in den MINT Labs zu Gast und wieder gut besucht. Auch von den Helfern her waren wir sehr gut aufgestellt. Auch drei neue Reparierhelfer haben spontan zu uns gefunden und gleich super mitgeholfen. Toll war, dass unsere „Neuen“ gleich erfolgreich Reparaturen durchführten. Es war mal wieder das normale Programm da. Kaffeevollautomaten, Verstärker, eine Aktivbox, ein Bohrhammer, Staubsauger, eine Stehlampe, ein Batterieprüfer und einen Dokumentenschredder. Besonders toll fand ich heute zwei mechanische Zeitschaltuhren, weil ich schon immer mal wissen wollte, wie die denn innen drinnen aussehen und prinzipiell funktionieren. Bei einer war leider ein Zahnrad nicht mehr als solches zu erkennen, aber bei der anderen war nur ein Hebelchen rausgesprungen. Generell hatten wir heute eine sehr hohe Erfolgsquote, sind jetzt für unsere Verhältnisse relativ früh fertig und lassen den Abend noch bei Spezi, Bier und Mate ausklingen.

Magisches Handauflegen für Profis!

Heute war der Tag der Reparatur durch magisches Handauflegen. Eine Steckdosenleiste die sich nicht mehr ausschalten lies, eine Mikrowelle bei der die Starttaste nicht mehr reagiert, sowie ein Toaster bei dem der Magnet nicht mehr halten wollte gingen plötzlich wieder als sie bei uns ankamen.

Ein kompakt PC wollte dann doch, dass wir etwas tun, und es wurde ein Stecker repariert. Bei zwei weiteren Rechner wurden nur Fehler diagnostiziert. Der eine muss beim nächsten Termin mal mit der Wärmebildkamera angeschaut werden, beim zweiten wurde der Tod festgestellt.

Ein Miele Staubsauger stellte sich als erstaunlich reparaturfreundlich heraus. Es waren nur zwei Schrauben zu lösen. Hier war nur der Schalter verklemmt. Etwas Schmiere mit Silikonöl soll in Zukunft diesen Fehler vermeiden.

Im Schukostecker einer antiken Leuchte (eigentlich ja Lampe, aber hier streiten sich die Autoren gerade) war ein Schraubkontakt (bei diesem Terminus hingegen herrscht Übereinstimmung) lose.

Bei einem Dysonstaubsauger wurde der Akku als defekt angezeigt. Nach Prüfung des Motors und sämtlicher Kontakte haben wir der Anzeige geglaubt. Bei einem Akkupreis von 20€ fackeln wir da nicht lange herum.

Bei einem Bandgerät waren Sicherungen defekt. Nachdem die neuen auch gleich wieder hinüber waren muss die Reparatur verschoben werden, es wird weiter untersucht.

Ein Multifunktionsdrucker tat was ein Multifunktionsdrucker immer tut. Er widersetzt sich einer Reparatur.

Alles in allem ein nicht ganz erfolgloser Abend in der VHS in Regensburg.

Desaströse Auswürfe der Werbeindustrie

Und da sind da noch ein paar hundert Wegwerfbildschirme die hergestellt wurden, mit einem Li-Ion Akku versehen und dann nie irgendwelche Kunden damit zugespammt wurden. Und dann liegen die da einfach so herum, und man kann da eigene Filme darauf laden. Also dann darf jetzt Benjamin Blümchen wenigstens irgendjemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und wenn man zwanzig Runden braucht um das Video aufzunehmen wird manch einer auch nicht mehr lächeln und mit körperlicher Züchtigung drohen.

Bild des Werbeeinwegbildschirms

Töööörrrröööööö……

Vor wenigen Tagen ist leider der Sprecher von Benjamin Blümchen aus den beliebten Kinderhörspielen von uns gegangen. In einem Spielzeugbus hatten wir die Freude seine Stimme für weitere Kindergenerationen wieder zugänglich zu machen. Schuld am Stimmversagen waren nur ein paar korrodierte Kontakte. Jetzt fragt der Bus uns wieder was wir spielen wollen.

Ein Staubsauger wurde wie so oft durch magisches Bewegen zu uns repariert. Für den Transport zerlegt und vor Ort wieder zusammengesteckt wollte er plötzlich wieder seinen Dienst tun.

Eine elektrische Zahnbürste war zum zweiten Mal hier, nachdem eine Lötfahne des Akkus abgebrochen war und diese in der Zwischenzeit in der Binary Kitchen wieder angeschweißt wurde. Leider wollte die Zahnbürste trotz geladenem Akku nicht wieder loslegen. Während dieser Artikel geschrieben wird, bemühen sich noch einige Helfer darum, wie es ausgeht ist noch nicht klar.

Bei zwei Windowsrechnern wurde das Betriebssystem neu installiert. Bei einem der Rechner war es bereits der dritte Versuch. Beide Rechner sind immer noch kaputt. Es befindet sich immer noch ein Produkt aus Redmond darauf. Leider durften wir sie nicht wirklich reparieren mit einem Betriebssystem, das diesen Namen auch verdient.

Gleich zwei Fahrräder, eines unterbelichtet, eines schaltfaul, und eine Felge waren heute zu Gast. Unser Fahrradwerkzeug durfte endlich mal wieder mitspielen. Die Felge wurde zentriert, muss aber durch beginnende Risse demnächst ausgetauscht werden.

Ein alter Kleinbilddiaprojektor brauchte eine neue Sicherung (1A, träge, der Profi sagt auch T1A) sowie viel Schmierung und Liebe. Die mitgebrachten Bilder aus Kelheim waren schön anzuschauen.

Eine Besucherin die sehr oft bei uns ist hatte ein defektes Kofferradio dabei. Während wir hier diesen Artikel schreiben läuft jetzt dezent klassische Musik im Hintergrund.

Ein historischer Verstärker wurde auch durch den Austausch von zwei Sicherungen instand gesetzt.

Noch immer mühen sich abwechselnd mehrere Reparierende um einen Kofferplattenspieler aus den 60er Jahren ab. Da will die Armmechanik nicht mehr.

Zu Beginn unseres Treffens hatten wir Besuch von einem Vertreter des Reparats die einen Reparaturbus in Regensburg aufbauen. Einfach mal wieder vernetzen und ratschen wie man zusammenarbeiten kann.

Alles in allem war es heute so entspannt, dass das soziale Miteinander nicht zu kurz kam. Wir konnten alle mal wieder klönen, es gab Zwetschgenkuchen von Uli gebacken. Schee wars.

Vorher:

Einkaufswagen mit unserem Essen.

Nachher:

Das leer geräumte Buffet nach dem Essen.
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